(Mittwoch, 5. März 2014) Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März initiiert Ärzte der Welt die internationale Kampagne „Namen – nicht Zahlen“. Mit unterschiedlichen Aktionen rund um den Globus will sie darauf aufmerksam machen, dass Millionen von Mädchen und Frauen immer noch nicht selbst über ihre Sexualität, über Verhütung und Fortpflanzung bestimmen können. Ein grundlegendes Menschenrecht bleibt ihnen damit verwehrt. 

Den Auftakt der Kampagne bildet am 8. März eine Veranstaltung in Paris. Der Bildträger der Kampagne, auf dem weibliche Vornamen stehen, will die Öffentlichkeit dazu anregen, sich bis September auf der Website www.names-not-numbers.org zu beteiligen.

Mit Blick auf die im September stattfindende UN-Konferenz Kairo +20, auf der über die sogenannten „sexuellen und reproduktiven Rechte“ beraten werden soll, fordert Ärzte der Welt die internationale Gemeinschaft nachdrücklich dazu auf, sich für diese Rechte einzusetzen.

Dass Frauen selbst über ihre Sexualität und Fortpflanzung bestimmen können, wird sogar innerhalb der Europäischen Union in Frage gestellt. Und viele andere Staaten haben ihre Versprechen nicht umgesetzt. Auf der Weltbevölkerungskonferenz 1994 in Kairo verabschiedeten die 179 Teilnehmerstaaten ein Aktionsprogramm, das das Recht aller Frauen auf Zugang zu Familienplanung und Nachsorge nach einer Abtreibung anerkannte ‒ unabhängig davon, ob der Schwangerschaftsabbruch in ihrem Land legalisiert war.

Zwanzig Jahre später muss Ärzte der Welt eine ernüchternde Bilanz ziehen:

  • Jede vierte Frau in den Entwicklungsländern hat noch immer keinen Zugang zu modernen Verhütungsmethoden.
  • Die Zahl schlecht durchgeführter Abtreibungen hat ein besorgniserregendes Niveau erreicht. Weltweit gilt knapp die Hälfte aller Abtreibungen aus medizinischer Sicht als „unsicher“. Jedes Jahr sterben rund 50.000 Frauen an den Folgen und 8 Millionen erleiden vorübergehende oder bleibende körperliche Schäden.

Mit der Kampagne „Namen – nicht Zahlen“ will Ärzte der Welt diese fortwährende Diskriminierung von Mädchen und Frauen ins Blickfeld einer breiten Öffentlichkeit rücken.

Von März bis September beteiligen sich die Ärzte der Welt-Sektionen in Deutschland, Argentinien, Belgien, Kanada, Japan, in der Schweiz, in Portugal und in den Niederlanden mit unterschiedlichen Aktionen daran.

Aktuelle Informationen dazu finden Sie unter www.names-not-numbers.org

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